E-Commerce: Aus der Krise in die Zukunft

19. Mai 2021 3 Min Lesen

Geschlossene Geschäfte, geschlossene Betriebe, geschlossene Büros, geschlossene Schulen und nicht zuletzt geschlossene Gesellschaft:  Die zurückliegenden rund 18 Monate mit ihren pandemiebedingten Einschränkungen haben uns eines ganz besonders schmerzhaft vor Augen geführt.

 

Eine Gesellschaft funktioniert nur so gut wie das digitale Rüstzeug, das ihr zur Verfügung steht. Ob in der Organisation von Homeoffice, dem Distanzunterricht an Schulen oder der Übermittlung lebensnotwendiger Daten in der Medizin: Wo der digitale Fortschritt zuvor verschlafen wurde, mussten oft herbe Rückschläge in Sachen Wirtschaftlichkeit, Tempo und Fortschritt hingenommen werden.

 

Wandel der Innenstädte

Auf keinen Bereich trifft das wahrscheinlich so zu, wie auf den Einzelhandel, der infolge von Schließungen und einschränkenden Maßnahmen große Verluste – bis hin zur dauerhaften Schließung – zu verkraften hatte. Die Folge: Ein radikaler Wandel der Innenstädte und damit verbunden zahlreiche Insolvenzen, Filialschließungen, Personalabbau. Noch im März 2021 gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, dass sie an ein Überleben der Innenstadtgeschäfte eigentlich nicht mehr glauben. Kein Wunder, wenn ein gutes Drittel mittlerweile Einkäufe, die normalerweise im Geschäft erledigt werden, online tätigt (Quelle: Statista).

 

Click & Collect

Diese Entwicklung sieht auch der Handelsverband Deutschland in seinem Online-Monitor 2021: Zwar seien Shopping-Möglichkeiten wie Click & Collect mit einem Jahresumsatz von 4,6 Milliarden Euro insgesamt gut angenommen worden, aber Voraussetzung für ein Funktionieren solcher Maßnahmen ist zumindest eine Shop-Website, die für den „Click“ auch angesteuert werden kann. Den größten Umsatzschub habe es allerdings beim Verkauf über Online-Plattformen gegeben. Mehr als 40% hat das Wachstum hier betragen. Mit einem Hauptgewinner Amazon, dessen Anteil am gesamten deutschen Onlinehandelsumsatz satte 53 Prozent ausmacht. Immerhin: 45 Prozent der stationären Händler sind mittlerweile auch im Internet vertreten. Wobei die Zahl der Händler mit eigenem Online-Shop sinkt.

 

Der eigene Online-Shop

Der Grund dafür sind Online-Marktplätze, über die Händler, die den vermeintlich komplizierten Schritt zum eigenen Online-Shop scheuen, ihre Marken ebenfalls anbieten können. Dabei sind Aufbau und Etablierung eines eigenen Internet-Präsenz – auch in Anbetracht künftiger Problemlagen und Marktentwicklungen – nicht nur dringend geboten, sondern auch längst nicht mehr so kompliziert und zeitraubend, wie oftmals angenommen. „Es besteht ein großes Missverständnis über den Einsatz, der notwendig ist, um sich ein bzw. zwei feste Standbeine im Online-Handel aufzubauen“, so Xaver Söllner, der als Geschäftsführer von bindannmalweb.de den Aufbau rundum betreuter Webseiten und Online-Shops anbietet. Mit seinem Service ist er einer der ganz wenigen Anbieter, die potenziellen Kunden eine Komplettlösung liefern und künftige Online-Shop-Besitzer von der Konzeption über Design und Konzept bis hin zur Veröffentlichung und Betreuung ihrer Seite begleiten.

„Wir sind angetreten, um den von großen Händlern, Baukastensystem-Anbietern und Plattformen dominierten Markt weiter zu demokratisieren“, so Söllner selbstbewusst. „Wirklich jeder kann mit ein bisschen Unterstützung einen eigenen Onlineshop erstellen und unterhalten. Und das wichtigste: Auch bezahlen.“

Wie wichtig eine solche Investition ist bzw. sein kann, das haben die Erfahrungen des vergangenen Jahres eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Geschwindigkeit und Innovationsdruck der Digitalisierung haben fast ebenso exponentiell zugenommen, wie mancherorts Infektionszahlen bzw. Geschäftsschließungen. Wie in sämtlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gilt es deshalb nun auch im Handel, die Chancen, die sich durch den Digitalisierungsschub ergeben, beim Schopf zu ergreifen. Sei es in zusätzlicher digitaler Absicherung eines stationären Geschäfts oder, indem man seine Handelsaktivitäten gleich zu 100 Prozent ins Internet verlagert. Denn eines ist sicher: Eine Schließung muss hier niemand befürchten.

Christopher Büchele
Redakteuer