Ich binge das mal weg…

11. Januar 2022 2 Min Lesen

Sie ist das beste Beispiel dafür, wie man mit einer guten Idee und einem eigenen Onlineshop in kürzester Zeit durch die Decke gehen kann: Sophia Amoruso. Mit gerade mal 22 Jahren begann die junge Amerikanerin 2006 unter dem Namen „Nasty Gal Vintage“ Second-Hand-Mode auf ebay zu vertreiben. Dank erfolgreicher Einbindung Ihrer sozialen Netzwerke bald so erfolgreich, dass sie bereits zwei Jahre später einen eigenen Onlineshop aus der Taufe heben konnte. Zwischen 2011 und 2012 gelang es ihr, den Umsatz von mittlerweile 24 Millionen Dollar auf rund 100 Millionen Dollar zu vervierfachen und auch ihre Followerzahlen gingen in die Millionen. Einen Haken hat ihre Gründerstory allerdings: 2016 musste sie Insolvenz anmelden, seit 2017 wird Nasty Gal von einem britischen Unternehmen weitergeführt. Immerhin geblieben sind ihr ihre Memoiren (#Girlboss), eine gleichnamige Website und die Girlboss-Foundation zur Unterstützung kreativer Frauen. Eine Geschichte, wie gemacht, um in Serie gegossen zu werden, oder?

 

Das hat man sich auch bei Netflix gedacht, wo „Girlboss“, coproduziert von Amoruso selbst, 2017 als noch relativ frühes Netflix-Original auf Sendung ging. Insgesamt fünf der 13 Episoden durfte der deutsche Regie-Export Christian Ditter („How To Be Single“) inszenieren, der sich mit romantischen Verwicklungen ebenso gut auskennt, wie mit der Abbildung sozialer Medienrealitäten. Trotz der Umbenennung der Hauptfigur in Sophia Marlowe (Britt Robertson) lehnt sich die Serie eng an die Geschichte Amorusos an und folgt ihr von den Anfängen bei ebay bis hin zu ihren ersten Erfolgen als „Girlboss“ von Nasty Gal Vintage. Genretypisch kommen dabei vor allem romantische Verwicklungen nicht zu kurz. Aber es gelingt der Serie und ihren Machern gut, die Aufbruchsstimmung wiederzugeben, die Amorusos noch vergleichsweise frühen Weg in den E-Commerce begleitete. Ausgespart wird das eher unrühmliche Ende einige Jahre später. Was wohl auch der Grund dafür gewesen ist, dass es bei einer Folge „Girlboss“ geblieben ist.

 

Vorbildhaft für mögliche Nachahmer, vor allem aber extrem unterhaltsam, bleibt die Serie dennoch. Zeigt sie doch, wie weit man mit ein wenig Initiative, einem eigenen Kopf und Durchsetzungswillen kommen kann, wenn man sich auf die Möglichkeiten einlässt, die Internet und E-Commerce einem bieten können. Zudem hat sie für vielbeschäftigte Gründerinnen und Gründer einen weiteren Vorteil: Mit rund 30 Minuten pro Episode ist sie so schnell weggebinget, dass schnell wieder Zeit für das eigene Business ist.

 

Girlboss kann komplett auf Netflix gestreamt werden.

Christopher Büchele
Redakteur