Ichbingedasmalweg: Popcorn-Kino für Zuhause

24. Januar 2022 4 Min Lesen

Die meisten denken vor allem an eines, wenn sie Popcorn hören: An aufregende Kinonachmittage und -abende, an große Leinwandstars und vielleicht sogar an nerviges Geraschel auf dem Nachbarsitz. Dabei ist das Kino in den vergangenen zwei Jahren längst in den heimischen vier Wänden angekommen. Und mit ihm die Möglichkeit, gepoppte Maiskörner auch Zuhause zu sich zu nehmen. Bei einem der zahllosen Film-Highlights, die – oft unter Umgehung des Kinotempels unserer Wahl – ohne Umwege direkt auf einem der großen Streamingdienste ihre Premiere feiern. Zum Tag des Popcorn am 19. Januar machen wir Ihnen die Auswahl etwas leichter und stellen für das heimische Popcorn-Massaker fünf der größten Heimkino-Highlights der jüngsten Vergangenheit vor.

encanto

ENCANTO

FÜR WEN: Für die ganze Familie, mit oder ohne Superkräfte.

WER: Musical-Genie Lin-Manuel Miranda („Hamilton“) hat an der Story und den meisten Songs mitgearbeitet.

WAS: Der mittlerweile 60. Beitrage zur Meisterwerk-Reihe von Disney erzählt die Geschichte einer südamerikanischen Familie, die mach einer dramatischen Flucht ein magisches neues Zuhause und außerordentliche Fähigkeiten an sich entdeckt. Nur die junge Mirabel ist „normal“ geblieben und droht mit ihrem Schicksal die ganze Familie zu entzweien.

WARUM: Weil diese unfassbar bunte Ode an das Leben, die Familie und den Zusammenhalt nicht nur die klassischen Disney-Werte vermittelt, sondern auch musikalisch ganz oben mitspielt.

WO: Disney+ (8,99/Monat)

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THE POWER OF THE DOG

FÜR WEN: Für ein anspruchsvolles Arthaus- und Western-Publikum.

WER: Regie führte Oscar-Preisträgerin Jane Campion („Das Piano“), als Darsteller brillieren u. a. Benedict Cumberbatch, Kirsten Dunst und Kodi Smit-McPhee.

WAS: Zwei ungleiche Brüder (Benedict Cumberbatch und Jesse Plemons) führen im frühen 20. Jahrhundert einen Ranchbetrieb, entzweien sich aber, als die verwitwete Rose (Kirsten Dunst) mit ihrem eigenbrötlerischen Sohn in ihr Leben tritt. Insbesondere dann, als tief verborgene Geheimnisse an die Oberfläche drängen und fast unerträgliche Spannungen sich explosionsartig entladen.

WARUM: Weil bereits drei Golden Globes für das brillant bespielte Western- und Thrillerdrama zu Buche stehen und die Oscars mit weiteren Aszeichnungen für das Meisterwerk nicht weit sind.

WO: Netflix (ab 7,99/Monat)

eternals

ETERNALS

FÜR WEN: Für alle, denen im Marvel-Universum bislang der göttliche Funke gefehlt hat.

WER: Oscarpreisträgerin Chloé Zhao („Nomadland“) hat Regie führen dürfen, als „Eternals“ glänzen u. a. Angelina Jolie, Salma Hayek und die „Game of Thrones“-Stars Richard Madden und Kit Harington.

WAS: Mit den „Eternals“ wird eine außerirdische Götterrasse in die Welt des Marvel Cinematic Universe eingeführt, die die Geschicke der Menschen seit Tausenden von Jahren begleiten. Als deren Ende unmittelbar bevorzustehen scheint, entschließen sie sich endlich einzugreifen.

WARUM: Weil es statt viel Krach und Bumm auch mit leiseren und fast metaphysisch anmutenden Tönen geht. Was nicht bedeutet, dass Chloé Zhao nach ihrem Low-Budget-Hit „Nomadland“ nicht auch mit Multimillionen um sich werfen könnte.

WO: Disney+ (8,99/Monat)

macbeth

THE TRAGEDY OF MACBETH

FÜR WEN: Kinomuffel. Denen Theater eigentlich lieber ist.

WER: Coen-Bruder Joel adaptiert Shakespeare in brillantem Schwarz-Weiß und kann sich auf Darsteller wie Denzel Washington, Frances McDormand und Breandan Gleeson verlassen.

WAS: Das legendäre und u. a. auch schon von Orson Welles verfilmte Shakespeare-Drama erzählt vom schottischen Lord Macbeth, den drei Hexen davon überzeigen, der nächste König zu werden. Auf seinem ruchlosen Weg nach oben wird er von der nicht minder grausamen Lady Macbeth unterstützt.

WARUM: Weil nicht nur die Darsteller Höchstleistungen abrufen, sondern auch die Szenenbildner, die aus der Tragödie einen filmgeschichtlich anspielungsreichen Augenschmaus in Schwarz-Weiß werden lassen.

Wo: Apple TV+ (4,99/Monat)

muenchen

MÜNCHEN – IM ANGESICHT DES KRIEGES

FÜR WEN: Für Freunde historisch fundierter Literaturverfilmungen.

WER: Serienspezialist Christian Schwochow („Bad Banks“, „The Crown“) führt Regie, im Cast tummelt sich eine bunte britisch- (Jeremy Irons, George MacKay, Jessica Brown-Findlay) deutsche (Ulrich Matthes, Jannis Niewöhner) Mischung.

WAS: Basierend auf dem Bestseller „München“ von Romanautor Robert Harris entführt uns die Netflix-Produktion ins München des Jahres 1938, wo der britische Premier Neville Chamberlain das sogenannte Münchner Abkommen unterzeichnet und so eine verhängnisvolle Appeasement-Politik einläutet.

Warum: Weil es Schwochow gelingt, einen Schlüsselmoment der Weltgeschichte lebendig werden zu lassen, ohne in allzu plakative Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Die Top-Besetzung tut ihr Übriges.

WO: Netflix (ab 7,99/Monat)

Christopher Büchele
Redakteur